17. Oktober 2021

Symbolischer Baubeginn zur Ökumenischen Kita Niederlinxweiler: "Modellcharakter für die Ökumene der Zukunft“


Das Projekt „Ökumenische Kindertagesstätte Niederlinxweiler“ nimmt Gestalt an. Gemeinsam mit Kindern und Erzieherinnen der beiden bisherigen konfessionellen Kindertageseinrichtungen feierten Projektpartner, Beteiligte und Unterstützende mit einem symbolischen „Ersten Spatenstich" den Baubeginn.

Anwesend waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche, des Landkreises und der Stadt St. Wendel, darunter die drei beteiligten Pfarrer*Innen Klaus Leist (Pfarreiengemeinschaft St. Wendel), Christine Unrath und Wolfgang Meyer (Evangelische Gesamtkirchengemeinde St. Wendel), Bürgermeister Peter Klär, der Kreisbeigeordnete Friedbert Becker sowie Führungskräfte des Verbands Evangelischer Kindertageseinrichtungen und der Katholischen Kita gGmbH.

Im Mittelpunkt aber standen die Kinder, die sich schon auf ihre neue Einrichtung freuen. Ausgerüstet mit gelben Bauhelmen, Schaufeln und Schubkarren durften sie die Geistlichen beim Spatenstich tatkräftig unterstützen. Überhaupt verfolgen die Kinder interessiert, was auf der Baustelle passiert. Immer wieder steht eine Gruppe winkend am Bauzaun.

Und es tue sich viel, berichtet Projektsteuerer Thomas Ludewig. Bis Ende des Jahres soll die Bodenlage fertig werden. Ludewig hofft auf einen milden Winter. „Dann könnte durchgebaut werden“, sagt er. Das wäre ein guter Zeitvorteil, denn für Oktober 2022 sei bereits der Einzug geplant. Anschließend soll das Gebäude, in dem sich im Moment noch der Evangelische Kindergarten befindet, abgerissen und dort das Außengelände errichtet werden.

„Einen gesunden Respekt vor Großprojekten“ hat Wolfgang Meyer, der örtliche evangelische Pfarrer, der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Baustelle wohnt. Durch die Erschütterungen bekommt er täglich mit, mit wie viel Eifer gearbeitet wird. Er sei dankbar, dass es mit dem Projektsteuerer einen Profi gibt, der die Fäden in der Hand und den Überblick behält. Gerade bei dem ambitionierten Zeitplan des 5,6-Millionen-Baus.

Zunächst werden die beiden bisherigen Einrichtungen in zwei Flügeln des Neubaus getrennt untergebracht sein und verwaltet werden. Mittelfristig ist aber ein Zusammenwachsen zu einer einzigen ökumenischen Einrichtung geplant – auch baulich. So wird es in der Mitte bereits einen Gemeinschaftsbereich geben, die Personalräume im Obergeschoss werden nur provisorisch getrennt. „Es wird bewusst so gebaut, dass dort einfach eine Wand herausgenommen werden kann, wenn aus zwei Einrichtungen eine wird“, verrät Ludewig. Dieser Schritt klinge einfach, sei aber im Detail äußerst kompliziert. Die eigentlichen Hürden dieses Projekts lägen gar nicht am Bau, sondern an dem, was danach komme. Zwei verschiedene Qualitätsmanagementsysteme, zwei Erziehungsleitfäden, zwei Arbeitsrechte und zwei Disziplinarrechte, all das müsse vereinheitlicht werden, die rechtlichen Voraussetzungen zur Synthese geschaffen werden. Das brauche einen langen Atem.

Ist es aber geschafft, wird die Ökumenische Kindertageseinrichtung Niederlinxweiler in ihrer Form einzigartig in Deutschland sein. Der Einsatz lohne sich, betonen die Kirchenvertreter vor Ort einhellig, auch aus zwischenkirchlicher Perspektive. Denn beide Träger, die Evangelische Gesamtkirchengemeinde und die Katholische Pfarreiengemeinschaft waren sich sofort einig, dass dieses Projekt gemeinsam auf den Weg gebracht werden soll. So könne wechselseitig voneinander profitiert werden. „Die Kindertagesstätte ist nicht nur ein Pilotprojekt, sondern kann auch Modellcharakter für die Ökumene der Zukunft haben“, betont der katholische Pfarrer Klaus Leist.





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