05. Mai 2020

LIGA Saar fordert Wertschätzung und Anerkennung für Freiwilligendienstleistende


Freiwilligendienstleistende sind in der Corona-Krise eine große Unterstützung für soziale Einrichtungen. Udo Blank, Vorsitzender der LIGA Saar, fordert mehr Wertschätzung und Anerkennung für die Freiwlligendienste durch Politik und Gesellschaft.

Über 600 Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst im Saarland absolvieren, unterstützen derzeit die Mitarbeitenden in Senioren-Einrichtungen, Krankenhäusern oder Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen oder für Kinder und Jugendliche bei ihrer Arbeit. Angesichts der Corona-Pandemie macht die LIGA der freien Wohlfahrtspflege Saar auf das wichtige Engagement dieser Freiwilligen in Einrichtungen aufmerksam, die derzeit besonders gefordert sind. „Freiwilligendienste fangen oft auf, was angesichts der Belastung der Mitarbeitenden leider oft zu kurz kommen muss: den Menschen zuhören, über ihre  Ängste reden, sie beruhigen, ihnen vorlesen, mit ihnen spielen und vieles mehr“, sagt Udo Blank, Vorsitzender der LIGA-Saar. „Gerade in der Corona-Krise sind die Freiwilligen eine enorme Unterstützung.“ Er wünscht sich deshalb mehr Wertschätzung und Anerkennung für die Freiwilligendienste durch Politik und Gesellschaft. 

Dazu gehört etwa  die langfristige Absicherung der Freiwilligendienste durch Fördermittel des Bundes und damit Planungssicherheit für die Träger. Die sei im BFD derzeit gar nicht gegeben, erläutert, Melanie Müller, Vorsitzende des Fachausschusses Freiwilligendienste der LIGA. Die Zusage des Bundes für das FSJ laufe bis 2023. Sie fordert zudem den Bund auf, die Freiwilligendienste besser zu bewerben, damit mehr Menschen sich dafür entscheiden. Weitere Forderungen sind  die kostenlose Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für alle Freiwillige, die Anerkennung als Vorpraktikum in sozialen Berufen, etwa der Erzieherin oder des Erziehers, sowie  eine bessere Anrechnung auf den Numerus Clausus auch außerhalb von sozialen Berufen.

„Viele Freiwillige haben bei einem FSJ oder BFD wertvolle Erfahrungen fürs Leben gesammelt“, weiß  Müller aus Gesprächen mit ehemaligen Absolventinnen und Absolventen. Insgesamt absolvieren derzeit rund 900 Menschen im Saarland einen Freiwilligendienst. Die Träger  bieten ihren Freiwilligen eine professionelle Praxisbegleitung sowie Seminare zur Weiterbildung und zur Reflexion des Einsatzes“, erläutert Müller. Zudem erhalten alle, die einen Freiwilligendienst absolvieren, monatlich ein Taschengeld, je nach Träger zwischen 300 und 400 Euro. Außerdem werden die Sozialversicherungsbeiträge übernommen.

 

In der LIGA Saar arbeiten die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Saarland zusammen. Durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten sichern sie die soziale Arbeit und entwickeln diese weiter. Zur LIGA im Saarland gehören die Arbeiterwohlfahrt Landesverband Saarland, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz Landesverband Saarland, die Diakonie, der Paritätische Wohlfahrtsverband und die SynagogenGemeindeSaar.





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