11. November 2020

"Immer die Kirche im Blick" - Evangelische Kindertagesstätte Heidstock im Neubau


Der Neubau der Evangelischen Kindertagesstätte „Kinder einer Erde“ in Völklingen überzeugt mit einem ausgeklügelten Raum- und Energiekonzept. Die Nähe zur Kirche ist geblieben. Nicht nur räumlich.

Irgendetwas stimmt nicht. Betritt man die Evangelische Kindertagesstätte „Kinder einer Erde“ auf dem Völklinger Heidstock, hat man das Gefühl, als würde etwas fehlen. Erst wenn sich die Verbindungstür in den Innenbereich öffnet, merkt man den Unterschied. Kinderstimmen tönen hier aus den Räumen und über die Flure. „Der Eingangsbereich ist schallgeschützt. Hier haben wir ein Zimmer, das wir für Elterngespräche nutzen.“, erklärt Mona Harz, die Leiterin der Einrichtung.

Die Einrichtung empfängt Gäste mit einer freundlichen Atmosphäre. Hell ist es und freundlich durch die weißen Wände und die hölzernen Möbel. Eine Fußbodenheizung sorgt für eine angenehme Wärme. Alles riecht noch neu. Erst diesen Sommer wurde die neue Kindertagesstätte fertig. Trotz Corona beinahe im Zeitplan. Mitte August, nach den Sommerferien, konnte sie ihren Betrieb aufnehmen. Zuvor hatte die Einrichtung übergangsweise das benachbarte Evangelische Gemeindezentrum Heidstock genutzt. Jetzt steht Kindern und Erzieherinnen ein über 1.000 Quadratmeter großes modernes Gebäude zur Verfügung. Neben den Gruppenräumen gibt es einen Turnraum, einen multifunktionalen Speisesaal und einen großzügigen Außenbereich mit Terrasse und Spielplatz. Besonders beeindruckend sind die hohen Wände, mit Fensterfronten vom Boden bis zur Decke. „Aus jedem Zimmer kann man ebenerdig rausschauen. Das ist ganz wichtig für die Kinder“, sagt auch Silvia Moog-Schirra, Bereichsleiterin des Verbunds Evangelischer Kindertageseinrichtungen im Saarland (VEKiS), dem Träger der Einrichtung. Von allen Gruppenräumen aus blickt man direkt auf die benachbarte Evangelische Kirche, die in Absprache mit der Kirchengemeinde von der Kindertagesstätte genutzt werden kann.

Das Ergebnis des gut zweijährigen Bauvorhabens beweist viel Liebe zum Detail und ein ausgeklügeltes pädagogisches Raumkonzept. Da sind zum Beispiel die Waschbecken auf der Toilette, alle mit verschiedenen Armaturen ausgestattet, damit die Kinder in der Handhabung üben können. Oder eine Seite der Küche, die in kindgerechter Höhe zum gemeinsamen Kochen einlädt. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt hat super funktioniert“, betont Dr. Lutz Albersdörfer, der Geschäftsführer des VEKiS. So sieht es auch die KiTa-Leiterin: „Der Bauträger hat uns ganz viel in die Planungen mit einbezogen. Unsere Wünsche wurden eigentlich alle umgesetzt.“

Darüber hinaus ist die Kindertagesstätte nun auf neuestem energetischen Standard, mehrfach gedämmt und isoliert. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, es spart auch Heizkosten. Kurzum: Alle Beteiligten sind sehr zufrieden.

Das sind auch die Kinder. Sie haben richtig viel Platz. Überall tollen sie herum: in den Gruppenräumen, den Gängen und auf dem großzügigen Spielflur. Aufkleber auf dem Boden laden zum Hüpfen und Springen ein. Fotos innerhalb der Einrichtung? Leider nicht möglich. In der Kita gilt das Prinzip der offenen Gruppen. Das bedeutet, dass die Kinder innerhalb des Spielbereichs frei zwischen den Angeboten wechseln können. Dementsprechend sind die Gruppenräume thematisch eingerichtet. Es gibt etwa einen Kreativraum mit Staffeleien und Bastelecke oder einen anderen zum Herumtoben.

Überhaupt werden die Wünsche der Kinder hier ernst genommen. Sie waren es, die den neuen Namen der Einrichtung bestimmen durften. In einer Kinderkonferenz entschieden sie sich für „Kinder einer Erde“, ein Logo wurde nach ihren Wünschen designt. Der Name soll auch in Zukunft Programm werden. „Wir bekommen Hochbeete für den Außenbereich gesponsert“, sagt Harz. Dort soll im Frühjahr mit den Kindern Gemüse angebaut werden.

Trotz Corona soll an den offenen Gruppen nichts geändert werden. „Wir wollten unbedingt bei diesem System bleiben, auch auf die Gefahr hin, dass bei einem Coronafall die ganze Einrichtung in Quarantäne müsste“, sagt Albersdörfer. Bei geschlossenen Gruppen hätten die Öffnungszeiten reduziert werden müssen, um mit dem vorhandenen Personal zurechtzukommen. Das wolle man aber nicht. „Die Plätze werden gebraucht“, bestätigt auch Harz. Die Einrichtung war schon ausgebucht, bevor der Neubau überhaupt bezogen werden konnte. Und das, trotz der Vergrößerung von zwei auf nun drei Kindergartengruppe und die Krippe für 22 Kinder.

Da überrascht es nicht, dass die öffentliche Hand den Neubau großzügig unterstützt hat. Mit rund 2,7 Millionen Euro schlagen die Baukosten zu Buche, davon kamen 1,65 Millionen aus Zuschüssen von Bund, Land und Regionalverband. Der kirchliche Eigenanteil war vergleichsweise gering. „Die Kirchengemeinde Völklingen[-Versöhnung, Anm. Red.] hat das Grundstück für einen symbolischen Euro an die Stadt verkauft“, so Albersdörfer.

Mona Harz freut sich schon auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Völklinger Pfarrer, Klaus Köhler, der im November seinen Dienst beginnt. Wie zuvor soll es dann wieder regelmäßig Kindergartengottesdienste geben. Die religionspädagogischen Angebote waren auch weitergelaufen, während die Pfarrstelle unbesetzt war. Das ist auch ausdrücklich so gewollt, denn schließlich handelt es sich um eine kirchliche Kindertagesstätte. Die Kinder in ihrer Einrichtung werden den Bezug zur Kirche jedenfalls nicht verlieren, ist sich Harz sicher. „Sie haben sie ja immer Blick“, sagt sie lachend.

Kontakt zur Kita:





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